PLANUNGSMODELL

Precede-Proceed-Modell

Die Entwicklung und Umsetzung von Interventionen zur Gesundheitsförderung ist ein sehr komplexer Prozess. Um den tatsächlichen Gesundheitsbedarfen und den besonderen Gegebenheiten im Stadtteil gerecht zu werden, müssen Interventionen unter Anwendung von sogenannten Planungs- und Evaluationsmodellen entwickelt, implementiert und bewertet werden. Nur so wird gewährleistet, dass die gesteckten Gesundheitsziele dauerhaft erreicht werden.

Mit dem Precede-Proceed-Modell von Green & Kreuter (2005) basiert auch die wissenschaftliche und praktische Durchführung von GRÜNAU BEWEGT sich auf einem solchen Planungs- und Evaluationsinstrument für die Gesundheitsförderung. Es ist grundlegenden Handlungsprinzipien verpflichtet und führt durch alle wichtigen Phasen der Interventionsplanung, -implementierung und -bewertung.

Keine Behandlung ohne Diagnose

Das Precede-Proceed-Modell beruft sich auf ein grundlegendes medizinisches Prinzip: keine Behandlung ohne Diagnose. Das bedeutet: vor jeder gesundheitsförderlichen Intervention (Behandlung) muss eine weitreichende Diagnose der Ausgangssituation erfolgen. Erst wenn die Diagnose steht, können Intervention sinnvoll geplant, umgesetzt und kontrolliert werden.

Handeln auf Gemeinschaftsebene

Gemeinschaften bilden Strukturen, die die Lebensweise ihrer Mitglieder formen. Daher verlangt Precede-Proceed, dass sich gemeinschaftsbasierte Interventionen immer auch auf die Stärkung der Kompetenzen und Ressourcen dieser Gemeinschaft richten, auch wenn sie eine spezifische Zielgruppe adressieren.

Partizipation / Teilhabe

 Gesundheitsförderung muss – wenn sie erfolgreich sein will – sowohl diejenigen einbinden, deren Verhalten sie verändern will als auch diejenigen, die Verhaltensänderungen der Zielgruppe bewirken und beeinflussen können. Nur wenn die Gemeinschaft von Beginn an systematisch eingebunden wird und nicht nur über Mitspracherecht sondern auch Entscheidungsbefugnis verfügt, kann es gelingen, Eigenverantwortung für Interventionen aufzubauen und handlungsstarke Fürsprecher für Kindergesundheit im Stadtteil zu finden.