HANDLUNGSPRINZIPIEN

HANDLUNGSPRINZIPIEN

Die Arbeit von GRÜNAU BEWEGT sich orientiert sich an folgenden Grundprinzipien des Precede-Proceed-Modells:

Keine Behandlung ohne Diagnose

 Auch wenn das Precede-Proceed-Modell für die Gesundheitsförderung entwickelt wurde, beruft es sich auf ein grundlegendes medizinisches Prinzip: keine Behandlung ohne Diagnose. Das bedeutet: vor jeder gesundheitsförderlichen Intervention (Behandlung) hat eine weitreichende Diagnose der Ausgangssituation zu erfolgen. Erst wenn die Diagnose steht, kann die Intervention sinnvoll/angemessen geplant, umgesetzt, begleitet und überwacht werden – im Hinblick auf den Prozess (Welche Behandlung ist sinnvoll? Erhält der Patient die entsprechende Behandlung?), auf die Wirkung  (Zeigt die Behandlung die erhoffte Wirkung auf die Symptome?) und die Ergebnisse (Führt die Behandlung zur Heilung des Patienten oder hat sie den gewünschten Effekt auf die allgemeine Gesundheit des Patienten?).

Handeln auf Gemeinschaftsebene

Eine weitere Grundannahme des Modells leitet sich von der eigentlichen Aufgabe von Gesundheitsprogrammen ab, nämlich die Lebensqualität einzelner Personen und ihrer Gemeinschaften zu verbessern. Als Gemeinschaft wird dabei jedwede Gruppe von Personen bezeichnet, die gemeinsame (Lebens-)Räume, Interessen, Ziele oder Vergangenheiten miteinander teilen.

Gemeinschaften bilden Strukturen, die die Lebensweise ihrer Mitglieder formen. Daher müssen sich gemeinschaftsbasierte Interventionen immer auch auf die Stärkung der Kompetenzen und Ressourcen dieser Gemeinschaft richten, auch wenn sie eine spezifische Zielgruppe adressieren.

Partizipation / Teilhabe

 Weil gesundheitsförderndes Verhalten (fast) immer freiwillig ist, muss Gesundheitsförderung sowohl diejenigen einbinden, deren Verhalten sie verändern will (Zielgruppe: Kinder 4-12 Jahre) als auch diejenigen, die Verhaltensänderungen der Zielgruppe bewirken und beeinflussen können (Multiplikatoren).

Daher ist auch Precede-Proceed – wie jedes gemeinschaftsbasierte Interventionsmodell – als Partizipationsmodell strukturiert, dass die gemeinsame Anstrengung der ganzen Gemeinschaft voraussetzt – der professionellen (Gesundheits-)Akteure, der Kinder- und Jugendeinrichtungen und der (politischen) Entscheidungsträger ebenso wie die der lokalen Bevölkerung (einschließlich der Zielgruppe).

Nur wenn die Gemeinschaft von Beginn an systematisch in den Planungsprozess eingebunden wird und nicht nur über Mitspracherecht sondern auch Entscheidungsbefugnis verfügt, kann es gelingen, Eigenverantwortung für die Interventionen aufzubauen und die wichtige Unterstützung der Gemeinschaft für die Interventionen zu erhalten. So sorgt Partizipation dafür, dass Kindergesundheitsförderung handlungsstarke Fürsprecher im Stadtteil findet.