EVALUATION

Für die Ergebnisevaluation des Projektes haben wir aussagekräftige und messbare Parameter zur Beschreibung von Kindergesundheit ausgewählt, die in besonderer Weise durch die strukturellen Bedingungen der kindlichen Lebensumwelt beeinflusst werden.

Adipositas

Die Adipositas (Fettleibigkeit) kann als eine chronische Erkrankung verstanden werden, deren Entstehung durch viele Faktoren bedingt ist: grundsätzlich wird als Hauptursache für Übergewicht und Adipositas das Ungleichgewicht von Energiezufuhr und Energieverbrauch (also „zu viel Essen und zu wenig Bewegung“) angesehen. Neben der genetischen Veranlagung ist aber eine Reihe weiterer Einflussfaktoren auf individueller, sozialer und umweltbezogener Ebene verantwortlich für das Entstehen von Adipositas.

Motorische Fertigkeiten

Spiel- und Bewegungsräume sind Merkmale der Lebensumwelt von Kindern, in denen sie ihren natürlichen Bewegungsdrang spontan und gefahrlos ausleben und motorische Fertigkeiten erwerben können. Mit zunehmendem Alter der Kinder ist nicht mehr der soziale Status auschlaggebend für eine positive Bewegungsentwicklung, sondern das nachbarschaftliche Umfeld (z.B. altersgerecht gestaltete Spielplätze).

Ernährungsverhalten

Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis für eine gesunde Entwicklung von Kindern und eine gute körperliche Leistungsfähigkeit. Was und wie Kinder essen, ist besonders vom Alter der Kinder und auch von der Verfügbarkeit gesunder Lebensmittel abhängig. So ist auch ihr Ernährungsverhalten eng mit den Rahmenbedingungen ihrer Lebensumwelt verbunden (z.B. durch die (Nicht-)Teilnahme an der Gemeinschaftsverpflegung im Kindergarten).

 

Geprüft werden soll insbesondere, ob die im Stadtteil bewirkten strukturellen Veränderungen positive Effekte auf die einzelnen Parameter der Kindergesundheit haben. Diese zeigen sich durch:

  • Senkung der Auffälligkeitsrate für übergewichtige und adipöse Kinder (primär)
  • Verringerung motorischer Defizite bei Kindern (sekundär)
  • Verbesserung des Ernährungsverhaltens der Kinder (sekundär)
  • Förderung der Alltagsbewegung von Kindern (sekundär)

Die Ergebnisevaluation ist als quasi-experimentelle Kontrollgruppenstudie mit einem kombinierten Längsschnitt- und Kohortendesign angelegt. Die Studienpopulation besteht aus allen 4-12jährigen Kindern.  Das Interventionsgebiet Leipzig Grünau wird dabei mit zwei Kontrollregionen im Leipziger Stadtgebiet verglichen.