BEGRIFFE

Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit wie folgt (1948):

„Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen ist ein Grundrecht jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.“

Gesundheitsdeterminanten
Abbildung: Gesundheitsdeterminanten (Fonds Gesundes Österreich 2008)

Gesundheitsdeterminanten

Unter Gesundheitsdeterminanten versteht man jene Einflussfaktoren, die zusammen gesehen lebenswerte Gesundheit ausmachen. Sie sind – mit Ausnahme von Alter, Geschlecht und Erbanlagen – größtenteils beeinflussbar.

In ihrem sog. Regenbogen-Modell bilden Whitehead/Dahlgren (1991) die wesentlichen Gesundheitsdeterminanten ab, die auf verschiedenen Ebenen auf die Gesundheit wirken:

  • Alter, Geschlecht, Genetik
  • Individueller Lebensstil
  • Soziale und gesellschaftliche Netzwerke, Unterstützung durch das soziale Umfeld
  • Lebens- und Arbeitsbedingungen
  • Allgemeine wirtschaftliche, kulturellen und physische Umweltbedingungen
Gesundheitsressourcen

Gesundheitsressourcen sind Schutzfaktoren, die Menschen in ungünstigen Lebens­situationen stark machen und ihnen dabei helfen, gesund zu bleiben. Sie werden daher auch als „Kraftquellen“ für seelische Stabilität, körperliches Wohlbefinden, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit bezeichnet.

Gesundheitsressourcen werden in äußere und innere Faktoren aufgeteilt. Zu den äußeren Faktoren zählen zum Beispiel emotionale Beziehungen oder finanzielle Absicherung, innere Faktoren können dagegen gutes Selbstwertgefühl, soziale Kompetenz, Lebensmut und ähnliches bedeuten.

Prävention und Gesundheitsförderung

Seit etwa der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben chronische Krankheiten wie Herzerkrankungen, Adipositas, Krebs oder Diabetes – zumindest in der westlichen Welt – akute Infektionskrankheiten als häufigste Todesursache abgelöst. Dieser Wandel führte zu entsprechenden Veränderungen auch im Gesundheitswesen, dessen Fokus sich nun zunehmend auf die Prävention (Vorbeugung) dieser Krankheiten richtete.

Die jüngere Vergangenheit hat indes gezeigt, dass die Verbesserung von Lebensbedingungen die wirksamste Form ist, um gesundheitlichen Fehl­entwicklungen zu begegnen. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation mit der Verabschiedung der Ottawa-Charta im Jahr 1986 die „Gesundheitsförderung“ als gesundheitspolitischen Begriff eingeführt:

„Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. … Gesundheit steht für ein positives Konzept, das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit betont wie die körperlichen Fähigkeiten.“

Maßnahmen der Gesundheitsförderung, sogenannte Interventionen, zielen daher weniger auf die Vorbeugung von Krankheiten als auf die Stärkung der Gesundheitsressourcen. Gesundheitsförderung muss deshalb immer auch die schützenden und störenden Faktoren einer gesunden Entwicklung im Blick behalten.

Verhaltens- und die Verhältnisprävention

Um die Gesundheitsressourcen der Menschen zu stärken, unterscheidet die Gesundheitsförderung grundsätzlich zwei Zielrichtungen: die Verhaltens- und die Verhältnisprävention.

Die Verhaltensprävention ist auf die Veränderung des individuellen Verhaltens ausgerichtet, d.h. auf

  • die Stärkung  gesundheitsfördernden Verhaltens, wie gesunde Ernährung und körperliche Bewe­gung, aber auch auf
  • die Veränderung von gesundheitsriskantem Verhalten (Rauchen, Alkohol).

Verhaltenspräventive Maßnahmen sind z.B. die Informationsvermittlung, die Förderung von Lebens- und Sozialkompetenzen sowie die Beratung.

Verhältnisprävention dagegen zielt auf die Veränderung der Lebensverhältnisse von Menschen, d.h. auf Faktoren, die von außen auf das Individuum einwirken. Dies erfolgt z.B. durch

  • die Umgestaltung von Lebensbedingungen (z.B. Strukturen in Kita, Schule, Betreib, Stadtteil),
  • die Beseitigung von negativen Gesundheitseinflüssen aus den Lebenswelten und /oder
  • die Schaffung gesundheitsförderlicher politischer Rahmenbedingungen